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(Picture Source: http://www.flickr.com/photos/alist/ / CC BY-NC 2.0)
Es gab WIEDER einen Anschlagsversuch bei einem Flug in die USA. Das WIEDER hier ist übrigens eher sarkastisch zu verstehen. In den letzten 10 Jahren gab es inkl. des 11. September nämlich gerade mal 6 Attentatsversuche von denen 4 gelangen. Also ein geglückter Anschlagsversuch alle 2,3 Jahre. Sogar spätestens jedes 2 Jahr ein Versuch. Das kann man nun als viel ansehen. Aber mal zum Vergleich gibts hier eine schöne Grafik über die wirkliche Gefahr von Flugreisen.
Jetzt kommen natürlich, ähnlich vorhersehbar wie der Ruf nach dem Killerspielverbot bei Amokläufen, die Rufe nach noch härteren Sicherheitskontrollen und auch den berühmt berüchtigten Nacktscannern.
Da gibt es nur ein Problem… an dem Flughafen an dem der Attentäter seinen Überseeflug genommen hat, hatte Nacktscanner. Schipol ist ein Flughafen der für die EU diese super Nacktscanner testet. Wenn jetzt der Attentäter hier mit Sprengstoff an Bord kam, dann bringen die Scanner wohl nichts. Man sagt jetzt natürlich der Attentäter hat die Option gewählt sich “klassisch” Überprüfen zu lassen, und dadurch hat er es geschafft. Im Umkehrschluss sagt man jetzt, dann müssen eben alle durch den Nacktscanner. Abgesehen von den medizinischen Risiken für Vielflieger gibt es hier natürlich die Probleme der Privatssphäre. Diese Scanner zeigen alles. Wirklich alles.
Man muss bedenken, die Mitarbeiter an den Flughäfen sind nicht ausgebildete Polizisten. Es sind teilweise 400 Euro Jobber mit einer kleinen Einführung. Geschweigeden sind es, z.b. durch den Beamtenstatus, an irgendwelche Verschwiegenheit oder Diskretion gebunden. Haben wir Lust diesen Leuten unsere Imtimsten Bereiche zu zeigen?
Um dieses Problem zu umgehen, und den Leuten ein besseres Gefühl zu geben, sollen Datenschutzschützende Nacktscanner verwendet werden. Es gibt 2 Methoden den Datenschutz zu sichern, einmal stellt man das ganz so ein, dass dass das Bild unscharf wird. Im Prinzip ist das einfach eine unscharfes Bild. Das zweite ist “kritische Gebiete” zu erkennen und zu überlegen oder zu verpixeln.
Egal wie man das macht, keiner weiss, wie die Scanner wirklich eingestellt sind. Ob wirklich alles richtig eingestellt ist um die Privatssphäre zu schützen.
Das viel wichtigere Frage ist, ist dieser Sicherheitswahnsinn wirklich notwendig? Wer in den letzten Jahren geflogen ist weiss wie langwierig die Sicherheitskontrollen geworden sind. Ich errinnere mich an den Flug von London nach Stuttgart bei dem trotz der Abflugszeit um 6 Uhr die Schlange über 1h gebraucht hat um alle abzufertigen. Der Witz daran war, dass sie trotzdem nicht alles gefunden haben. Ich hatte einen Salzstreuer dabei, vergessen rauszunehmen, in Stuttgart hat das niemanden interessiert gehabt, in Standsted wurde der Streuer zwar erkannt, aber bei der Handkontrolle nicht gefunden, wo man die ahnungslosigkeit des Personals wieder sah. Da Salz schön Röntgenstrahlen absorbiert könnte man darin alles transportieren.
Die Kontrollen sind erstmal wenig sinnvoll, zeitraubend und wohl bald auch entwürdigend.
Wir haben bei anderen Grenzkontrollen seit langem von fixen Kontrollen an der Grenze zu den Schleierfahndungen übergegangen. Vielleicht sollte man die Kontrollen an Flughäfen ebenso handhaben, zwar die normalen Kontrollen behalten, wie Metalldetektor und Handgepäck durchleuchten aber den Nacktscanner bei Verdachtsfällen oder eben durch Zufall. Das würde einiges an Zeit sparen.
Zu den anderen Forderungen und Richtlinien die jetzt auf den Flügen eingehalten werden sollen, wie keine Elektronik, höchstens Zeitung lesen, Hände immer sichtbar, klingt mehr nach veralteten Transatlantik Überfahrt.
Ein weiteres Problem ist und bleibt, wenn jemand ein Flugzeug abstürzen lassen will, kann er dies tun, auch ohne an Bord zu sein.
Wie man, vorallem früher öfter sagte, “Wenn man sich vom Terror einschränken lasst, hat der Terror gewonnen.” Man kann gegen Terror nicht gewinnen, man kann nur gegen ihn bestehen.
Im Endeffekt muss man sich überlegen, soll eine Flugreise Spass machen? Soll man die Vorteile der Reisen wie Völkerverständigung, Wissensfortschritt, Handel und Abenteuer wirklich durch die Angst vor ein paar wirklich seltenen Anschlägen beeinflussen lassen?