Meine Kommentare zu politischen und menschlichen Themen.
Dies sind weder Meinungen noch Standpunkte der Piratenpartei. Ich bin Mitglied der Partei, halte jedoch keine Funktion inne. Auch muss ich nicht richtig liegen und keiner muss sich mir anschließen. Ich poste nur meine Gedanken, macht euch eure eigenen.
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6th January 2010

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Wehe wenn sie losgelassen

Es ist schon komisch, seit dem verhinderten Anschlag ist irgendwie eine Kette von Aktionen losgetreten worden die völlig unaufhaltbar scheint.

Die Sehnsucht nach Nacktheit
Die Nacktscanner sind los, erst wollte man noch ablenken aber irgendwie innerhalb einer Woche sind alle dafür die Dinger so schnell wie möglich aufzustellen. Davon jedoch komischerweise ungeachtet ist die offene Unbrauchbarkeit der Dinger. Der Sprengstoff den der Attentäter dabei hatte wär wohl nicht erkannt worden. Die Verpixelung der Intimssphäre hätte den in der Unterhose versteckten Sprengstoff ebenso verpixelt, trotzdem bleibt er der Grund das Nacktscanner eingeführt werden soll. Das klingt komisch, oder? Ach ja, in seinem Abflughafen gibt es Nacktscanner. Und wenn die Nacktscanner nur für über 18 jährige und nicht schwangere verwendet werden, dann ist das Netz wieder so löchrig, dass man die Dinger gleich wieder weglassen kann.

Freibrief für Datensammlung
Der Attentäter hatte ein ungültiges Visum, was kurz erwähnt wurde seitdem untergegangen ist. In den Datenbanken stand er als möglicher Attentäter drin, trotzdem kam er ins Flugzeug. Wenn ich jetzt eine Firma wäre, die anderen Daten übermittelt und nun mitbekommen, dass die damit ihre Aufgabe nicht erfüllt, würde ich stoppen denen Daten zu schicken, bis sie zeigen kann, dass sie die Daten überhaupt richtig verwenden kann. Wir schicken den USA alle möglichen Daten über uns, was passiert damit? Ein Passagier muss einen Attentäter kurz vor dem Landeanflug überwältigen. Trotz all seiner Auffälligkeiten. Da läuft was falsch, da ändern Nacktscanner mal garnichts.

Die Lawine ist losgetreten
Doch was will man tun. Anscheinend ist es völlig egal welche Gegenargumente man bringen kann, oder welche besseren Vorschläge wie besser Bezahlung der Sicherheitsangestellten und bessere Ausbildung, die Lawine läuft. Man hat sich entschieden “Nacktscanner, damit gehen wir” und die Sache scheint nichtmehr aufhaltbar zu sein. Traurig aber wahr. Ist ja nicht das erste Mal.

(Picture Source: http://www.flickr.com/photos/andrew_bolin/ / CC BY-NC-SA 2.0)

Tagged: nacktscannerpolitikattentattraurige realität

29th December 2009

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Der “allgegenwärtige” Flugzeugterror

(Picture Source: http://www.flickr.com/photos/alist/ / CC BY-NC 2.0)

Es gab WIEDER einen Anschlagsversuch bei einem Flug in die USA. Das WIEDER hier ist übrigens eher sarkastisch zu verstehen. In den letzten 10 Jahren gab es inkl. des 11. September nämlich gerade mal 6 Attentatsversuche von denen 4 gelangen. Also ein geglückter Anschlagsversuch alle 2,3 Jahre. Sogar spätestens jedes 2 Jahr ein Versuch. Das kann man nun als viel ansehen. Aber mal zum Vergleich gibts hier eine schöne Grafik über die wirkliche Gefahr von Flugreisen.

Jetzt kommen natürlich, ähnlich vorhersehbar wie der Ruf nach dem Killerspielverbot bei Amokläufen, die Rufe nach noch härteren Sicherheitskontrollen und auch den berühmt berüchtigten Nacktscannern.
Da gibt es nur ein Problem… an dem Flughafen an dem der Attentäter seinen Überseeflug genommen hat, hatte Nacktscanner. Schipol ist ein Flughafen der für die EU diese super Nacktscanner testet. Wenn jetzt der Attentäter hier mit Sprengstoff an Bord kam, dann bringen die Scanner wohl nichts. Man sagt jetzt natürlich der Attentäter hat die Option gewählt sich “klassisch” Überprüfen zu lassen, und dadurch hat er es geschafft. Im Umkehrschluss sagt man jetzt, dann müssen eben alle durch den Nacktscanner. Abgesehen von den medizinischen Risiken für Vielflieger gibt es hier natürlich die Probleme der Privatssphäre. Diese Scanner zeigen alles. Wirklich alles.
Man muss bedenken, die Mitarbeiter an den Flughäfen sind nicht ausgebildete Polizisten. Es sind teilweise 400 Euro Jobber mit einer kleinen Einführung. Geschweigeden sind es, z.b. durch den Beamtenstatus, an irgendwelche Verschwiegenheit oder Diskretion gebunden. Haben wir Lust diesen Leuten unsere Imtimsten Bereiche zu zeigen?
Um dieses Problem zu umgehen, und den Leuten ein besseres Gefühl zu geben, sollen Datenschutzschützende Nacktscanner verwendet werden. Es gibt 2 Methoden den Datenschutz zu sichern, einmal stellt man das ganz so ein, dass dass das Bild unscharf wird. Im Prinzip ist das einfach eine unscharfes Bild. Das zweite ist “kritische Gebiete” zu erkennen und zu überlegen oder zu verpixeln.
Egal wie man das macht, keiner weiss, wie die Scanner wirklich eingestellt sind. Ob wirklich alles richtig eingestellt ist um die Privatssphäre zu schützen.

Das viel wichtigere Frage ist, ist dieser Sicherheitswahnsinn wirklich notwendig? Wer in den letzten Jahren geflogen ist weiss wie langwierig die Sicherheitskontrollen geworden sind. Ich errinnere mich an den Flug von London nach Stuttgart bei dem trotz der Abflugszeit um 6 Uhr die Schlange über 1h gebraucht hat um alle abzufertigen. Der Witz daran war, dass sie trotzdem nicht alles gefunden haben. Ich hatte einen Salzstreuer dabei, vergessen rauszunehmen, in Stuttgart hat das niemanden interessiert gehabt, in Standsted wurde der Streuer zwar erkannt, aber bei der Handkontrolle nicht gefunden, wo man die ahnungslosigkeit des Personals wieder sah. Da Salz schön Röntgenstrahlen absorbiert könnte man darin alles transportieren.

Die Kontrollen sind erstmal wenig sinnvoll, zeitraubend und wohl bald auch entwürdigend.

Wir haben bei anderen Grenzkontrollen seit langem von fixen Kontrollen an der Grenze zu den Schleierfahndungen übergegangen. Vielleicht sollte man die Kontrollen an Flughäfen ebenso handhaben, zwar die normalen Kontrollen behalten, wie Metalldetektor und Handgepäck durchleuchten aber den Nacktscanner bei Verdachtsfällen oder eben durch Zufall. Das würde einiges an Zeit sparen.

Zu den anderen Forderungen und Richtlinien die jetzt auf den Flügen eingehalten werden sollen, wie keine Elektronik, höchstens Zeitung lesen, Hände immer sichtbar, klingt mehr nach veralteten Transatlantik Überfahrt.

Ein weiteres Problem ist und bleibt, wenn jemand ein Flugzeug abstürzen lassen will, kann er dies tun, auch ohne an Bord zu sein.

Wie man, vorallem früher öfter sagte, “Wenn man sich vom Terror einschränken lasst, hat der Terror gewonnen.” Man kann gegen Terror nicht gewinnen, man kann nur gegen ihn bestehen.

Im Endeffekt muss man sich überlegen, soll eine Flugreise Spass machen? Soll man die Vorteile der Reisen wie Völkerverständigung, Wissensfortschritt, Handel und Abenteuer wirklich durch die Angst vor ein paar wirklich seltenen Anschlägen beeinflussen lassen?

Tagged: attentat9-11nacktscanner

15th December 2009

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Die Berlusconi Attacke

Es gibt zwei Punkte bei der Geschichte um den Angriff auf Berlusconi am Wochenende.

Zum einen finde ich die (erste) Reaktion vieler ziemlich bescheuert. Da freut man sich, dass ein 70-jähriger mit einer Statue geschlagen wird, man ihm die Nase bricht und zwei Zähne abbricht. Wirklich? Wäre dies in Deutschland irgendeinem 70-jährigen passiert würde man wieder nach mehr Überwachungskameras schreien. Aber da Berlusconi ja ein offensichtlich böser Mensch ist, ist es ok?! Hier mag man gerne mal die Bibel zitieren und sagen “Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.” Kein Mensch ist wirklich gut, und kein Mensch ist unendlich böse. Es gibt kein schwarz und weiss. Und egal was er getan hat, ein körperlicher Angriff ist nie ok. Bei jeder anderen Gelegenheit würden viele dieser Leute schreien, dass man das nicht darf, jeder Mensch hat sein Recht auf körperliche Unversehrbarkeit. Aber bei manchen Menschen macht man dann eine Ausnahme? Da sollte man mal drüber nachdenken. Genauso wie Eier auf Kohl, wie Torten ins Gesicht von Politikern oder Messerangriffe auf Lafontaine und Schäuble? Wo endet das, wenn man das gut findet? Hier wird wiedermal mit verschiedenem Mass gemessen. Und gerade Piraten sollten das doch nicht wolle, oder?

Der zweite Aspekt der Geschichte ist das Nachspiel welches sich nun ergeben hat. Viele Kritiker und Gegner von Berlusconi fühlen sich jetzt dazu gezwungen bei ihm zu stehen und, zumindest für einige Zeit, auf Kritik zu verzichten. Man ist nun gezwungen auf der Seite des Opfers zu stehen, dem Opfer einer feigen Attacke. Gegen den aggressiven und gewalttätigen Täter. Toll gemacht Herr Attentäter, Ziel erreicht? Ich glaube nicht.

Die Attacke ist für Gegner von Berlusconi fatal, da sie nun mit diesem über einen Kamm geschert werden können. Für Freunde Berlusconis ein gefundenes Fressen um gegen die Gegner zu wettern und ihren Silvio als Märtyrer zu stilisieren. Das Opfer, der alter Mann der von den Hooligans gehasst und verprügelt wird. Da kann man sich schon fragen, was die Aktion sollte.

Nicht, dass man Berlusconi mögen muss. Nein, ich bin auch gegen vieles was er getan hat und tun wird. Mir gehts hier nur um die Art der Kritikausübung. Kritik muss in geregelten Bahnen stattfinden. Mit zweierlei Mass zu messen bringt niemandem weiter. Dieses Niveau sollten wir versuchen zu eliminieren.

(Picture Source: http://www.flickr.com/photos/yuan2003/ / CC BY-NC 2.0)

Tagged: berlusconipiratenparteipolitikattentat